Gelenke schonen und Kräfte sparen beim Wandern

Um bis ins hohe Alter mit Freude über Stock und Stein gehen zu können, ist es wichtig, schon in jungen Jahren den Gelenken Sorge zu tragen. Denn durch Abnutzung entstehen Schmerzen, die die Bewegung zur Qual machen. Vor allem die Kniegelenke werden bei Unachtsamkeit schnell überstrapaziert und erfahren irreversible Schäden. Mit einem achtsamen Gehstil und einer gekonnten Wandertechnik wird späteren Problemen vorgebeugt und bereits entstandene Schmerzen werden gemildert. Hier ein paar Tipps dazu.
 

Überforderung beim Wandern vermeiden

Es ist sinnvoll, nur der Fitness angepasste Wanderungen zu wählen und sich für längere Wanderungen vorher vorzubereiten. Denn unsere Muskeln schützen die Gelenke vor Schlägen. Diese Funktion können sie jedoch nur so lange wahrnehmen, wie sie mögen. Deshalb gilt es nur soweit aufzusteigen, wie noch ausreichend Kraft für den Abstieg übrig bleibt.

Kräfte sparen im Aufstieg

Bergauf sind weniger die Gelenke sondern mehr die Muskeln und der Kreislauf gefordert. Ein regelmässiger Schritt und eine optimale Wegführung helfen Kraft zu sparen. Hohe Tritte werden bestmöglich umgangen. Die Schritte sollten nicht zu gross sein und das Tempo so gewählt werden, dass man noch stundenlang so weiter gehen könnte. Erschöpfung gilt es zu vermeiden indem rechtzeitig das Tempo vermindert und Erholungspausen eingeschaltet werden.

Abwärts die Belastungen gut abfedern

Die Gehtechnik beim abwärts gehen ist entscheidend um Knieprobleme zu vermeiden. Am besten gehen wir mit vielen kleinen Schritten. Der Fuss wird nicht auf der Ferse sondern auf dem Ballen aufgesetzt. Dabei ist das Knie leicht angewinkelt, die Hüfte in geknickter Haltung und der Rücken leicht gebeugt. Je steiler das Gelände umso ausgeprägter muss diese gebückte Haltung eingenommen werden. 

Steil bergab - häufige kurze Pausen

In der richtigen Position sind die Muskeln im steilen Gelände stark gefordert und ermüden schnell. Deshalb empfiehlt es sich etwa jede Viertelstunde ein paar Minuten anzuhalten, um die Beine zu lockern und zu entspannen.

Sicherer Halt in rutschigem Gelände

Beim Gehen sollte der Körperschwerpunkt stets über den Füssen liegen. Wenn es steil wird heisst dies, in die Knie zu gehen und den Oberkörper etwas vom Berg weg nach vorne zu neigen. Der Fuss wird möglichst senkrecht aufgesetzt, so dass lockeres Gestein nicht weggeschoben wird. Auf geneigter Felsoberfläche wir die ganze Schuhsohle aufgesetzt, um eine optimale Reibung zu erzielen. Nasse Stellen gilt es besonders vorsichtig zu begehen. Bei sehr steilen Stellen drehen wir uns mit dem Gesicht zum Berg und steigen mit Unterstützung der Hände rückwärts ab

Entlastung durch Stöcke? 

Stöcke führen nicht automatisch zu einem schonenden Gehstil, sondern lenken oft mehr von der Konzentration auf die richtige Körperhaltung ab. Es gilt zu beachten, dass ein falscher Gehstil mit Stöcken belastender wirkt, als ein guter Gehstil ohne Stöcke. Stöcke können jedoch richtig eingesetzt zusätzlich helfen, die Gelenke zu schonen.