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Natur zum Staunen

Lebendgebärende Alpensalamander - erstaunliche Anpassungen an den alpinen Lebensraum

Alpensalamander sind ausserordentlich faszinierende Tiere. Sie sind glänzend schwarz gefärbt und haben im Gegensatz zum Feuersalamander keinerlei gelbe Flecken. In ihrem alpinen Lebensraum - vorwiegend auf einer Höhe von 1000 bis 2500 Metern über Meer - dauert der Sommer nur etwa 5 Monate. Um unter diesen rauhen Bedingungen überleben und vor allem sich vermehren zu können, haben Alpensalamander ein paar raffinierte Anpassungen entwickelt - sie sind wahre Überlebenskünstler unserer Bergwelt!

Alpensalamander-Larven entwickeln sich im Mutterleib

Amphibien wie Frösche und Molche legen ihren Laich oder einzelne Eier in Gewässern ab und die Larven entwickeln sich im Wasser. Dazu tragen sie Kiemen, um unter Wasser atmen zu können. Erst als adulte Tiere entwicklen sie Lungen und leben an Land.

Nicht so der Alpenslamander! Um sich in den Bergen bei tiefen Temperaturen und wenig geeigneten Gewässern vermehren zu können, entwickeln sich die Larven im Mutterleib. Dadurch kann das Weibchen die Bedingungen für die Larvenentwicklung stets optimal halten. Die Larven sind ebenfalls mit Kiemen ausgestattet, doch ihr "Gewässer" ist das Fruchtwasser in der Gebärmutter des Salamanderweibchens. Anfangs ernähren sich die Larven vom Eiweiss unbefruchteter Eiern. Später bilden sich auf der Gebärmutterwand Nährzellen, die von den Larven abgeweidet werden. Kurz vor der Geburt werden die Kiemen zurückgebildet und es entwickeln sich Lungen.

 

Alpensalamander sind lebendgebärend

Als einzige Art der Amphibienwelt ist der Alpensalamander lebendgebärend. Die Larvenentwicklung im Muttterleib dauert je nach Höhenlage  2-4 Jahren. Damit sind die Alpenslamander wohl diejenigen Tiere mit der längsten Schwangerschaft. Bei der Geburt sind die Jungtiere vollständig entwickelt und etwa 5 cm gross. Sie leben sofort selbständig und ernähren sich von Insekten, Würmern, Spinnen usw. Nun brauchen sie weitere 3-5 Jahre, bis sie erwachsen und geschlechtsreif sind und eine Grösse von 10-15 cm erreicht haben. 

 

Der Paarungstanz der Alpensalamander 

Die Paarung der Alpenslamander erfogt im Juni. Nach einem stundenlangen gemeinsamen "Tanz" der oft mehr einem Ringkampf gleicht, kriecht das Männchen unter das Weibchen, umklammert es mit den Vorderbeinen und scheidet ein Samenpaket aus. Danach bewegt es seinen Hinterleib zur Seite, so dass die Kloake des Weibchens auf dem Samenpaket liegt und dieses aufnimmt. Von den rund fünfzig Eiern werden manchmal nur eins oder meistens zwei befruchtet, die restlichen dienen den Embryos als eiweissreiche Nahrung. 

 

Den Winter in Winterstarre überdauern

Die Wintermonate verbringen die Alpenslamander in frostfreien Unterschlüpfen in einer sogenannten Winterstarre. Wie alle Amphibien gehören sie zu den wechselwarmen Tieren. Das heisst, ihre Körpertemperatur wird nicht aktiv reguliert, sondern passt sich laufend den Aussentemperaturen an. Bei tiefen Temperaturen werden die Körperfunktionen auf ein absolutes Minimum reduziert. Erst, wenn sich der Körper im Frühling wieder aufwärmt, wird das Tier wieder aktiv. Die Larven im Mutterleib erleben somit bereits 2-4 mal eine Winterstarre, bevor sie geboren werden. Das Muttertier sorgt jeweils für einen sicheren Unterschlupf und schützt sie damit vor dem Erfrieren.

 

Langsame Vermehrung - intenisve Brutpflege

Im Vergleich zu den Fröschen, die unzählige Eier ablaichen und diese sich selber überlassen, ist die Brutpflege bei den Alpensalamandern ungleich intensiver. Sie haben nur sehr wenige Nachkommen und eine sehr lange Entwicklungzeit bis zur Geschlechtsreife. Bei dieser langsamen Vermehrung ist es für die Arterhaltung unerlässlich, dass möglichst alle Jungtiere überleben. Deshalb werden sie vom Weibchen in der Gebärmutter getragen, bis sie robust genug sind, in der Natur zu überleben.

Ein zusätzlicher Schutz der Salamander sind die vielen Sekretdrüsen auf dem Körper, mit denen sie Feinde abwehrende Gifte ausscheiden können. Deshalb haben Alpensalamander nur wenige natürliche Feinde, wie zum Beipiel Rabenvögel oder Kreuzottern. Alpensalamander können ein Alter von rund 15 Jahre erreichen.

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